Die Sache mit der Moral

9. Januar 2008

Es soll einmal Zeiten gegeben haben, wo es noch Wertvorstellungen und Moral in der Gesellschaft gegeben hat. Dazu gehörte dann auch, dass man dafür geradesteht, wenn man einem Anderen etwas kaputtgemacht hat. Aber in der Geiz-ist-geil-Wegwerfgesellschaft scheint auch das nun obsolet.

27122007008So trug es sich zu, dass ich am zweiten Weihnachtsfeiertag nach meinem Kantine-Einsatz nach Hause fuhr. Gegen 3 Uhr morgens auf dem Garagenhof angekommen musste ich noch was aus meinem Auto holen und somit an die Schiebetür. Was ich sah, als ich das erste Mal nach dem Nachmittag auf meine Beifahrerseite blickte, ließ mir den Atem stocken: Eine breite, 1.60m lange Beschädigung an meinem Wagen :-(
Natürlich fährt man dann am nächsten Tag zur Polizei … schließlich glaubt man ja doch noch an das Ehrliche im Menschen. Es kann doch sein, dass ein Gast vielleicht nach 3 Bier doch nicht mehr eine Polizeibegegnung riskieren wollte … und ein Stück Papier und einen Stift hatte man nicht im Auto. Oder so eine Institution, die sich “Gewissen” nennt, meldet sich am nächsten Morgen zu Wort. Natürlich ist es naiv daran zu glauben … naja, daran geglaubt habe ich nicht wirklich.

Da ich sowieso noch zum Freundlichen mußte, um ein neues Türschloß für den Untersatz zu holen, fragte ich dort gleich nach einer Dose Lack, um erstmal ein wenig Kosmetik zu betreiben. Der Verkäufer war nett, und so klagte ich mein Leid. Er erwiederte dann, als ob es das Normalste der Welt wäre: “Da sind sie heute der Zehnte, der über die Tage einen Schaden mit Unfallflucht hatte. Der letzte hatte einen Schaden von 3000 Euro und Zeugen haben von Weitem noch gesehen, wie der Verursacher noch ausgestiegen ist und sein Kennzeichen aufgesammelt hat, das dabei abgefallen war”.

Seid mir nicht böse … aber bei Sowas fehlen mir die Worte und das Verständnis. Ich werde mich dann wohl auf die Suche nach einem Lacker machen müssen, der das Ganze günstig behebt … :-(

Einen Kommentar schreiben

*